Was ist ein Baurecht?

01.06.2026, 14:19
Eigentum am Haus, aber nicht am Grundstück? Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist in Österreich aber eine etablierte und rechtlich geregelte Möglichkeit: das sogenannte Baurecht. Wer eine Immobilie kaufen oder ein Haus errichten möchte, stößt früher oder später auf diesen Begriff. Doch was genau bedeutet Baurecht und welche Vor- und Nachteile bringt es mit sich?

Was versteht man unter einem Baurecht?

Das Baurecht ist das veräußerliche und vererbbare Recht, auf einem fremden Grundstück ein Gebäude zu errichten oder zu besitzen.

Vereinfacht gesagt: Der Grundstückseigentümer bleibt Eigentümer des Bodens. Das Gebäude gehört jedoch dem Baurechtsnehmer. Das Baurecht wird im Grundbuch eingetragen und läuft in Österreich üblicherweise über mehrere Jahrzehnte.

Wie funktioniert ein Baurecht?

Anstatt das Grundstück zu kaufen, schließt der Baurechtsnehmer mit dem Grundstückseigentümer einen Baurechtsvertrag ab. Für die Nutzung des Grundstücks wird ein sogenannter Baurechtszins bezahlt – vergleichbar mit einer langfristigen Pacht. Dadurch können Immobilienprojekte umgesetzt werden, ohne dass die hohen Kosten für den Grundstückskauf anfallen.

Welche Vorteile hat ein Baurecht?

Geringere Anschaffungskosten

Da das Grundstück nicht gekauft werden muss, fällt der Kaufpreis deutlich niedriger aus.

Attraktiv für Familien

Gerade in Regionen mit hohen Grundstückspreisen kann ein Baurecht den Traum vom Eigenheim ermöglichen.

Langfristige Planungssicherheit

Da Baurechte meist über mehrere Jahrzehnte laufen und grundbücherlich abgesichert sind, besteht hohe Rechtssicherheit.

Vererbung und Verkauf möglich

Ein Baurecht kann grundsätzlich verkauft, verschenkt oder vererbt werden.

Welche Nachteile sollte man kennen?

Laufende Kosten

Der Baurechtszins ist regelmäßig an den Grundstückseigentümer zu entrichten.

Begrenzte Laufzeit

Das Baurecht endet nach Ablauf der vereinbarten Dauer.

Finanzierung kann anspruchsvoller sein

Manche Banken prüfen Finanzierungen bei Baurechtsobjekten genauer als bei klassischem Grundeigentum.

Was passiert nach Ablauf des Baurechts?

Nach Ende der vereinbarten Laufzeit fällt das Gebäude grundsätzlich an den Grundstückseigentümer zurück. In vielen Verträgen ist jedoch eine Entschädigung für das bestehende Gebäude vorgesehen. Die genauen Regelungen werden individuell im Baurechtsvertrag festgelegt.

Für wen eignet sich ein Baurecht?

Ein Baurecht kann insbesondere interessant sein für:

  • Familien mit begrenztem Eigenkapital
  • Bauherr in Regionen mit hohen Grundstückspreisen
  • Anleger, die langfristig planen
  • Personen, die Eigentum schaffen möchten, ohne ein Grundstück kaufen zu müssen

Fazit

Das Baurecht bietet eine interessante Alternative zum klassischen Grundstückskauf. Es ermöglicht die Nutzung eines Grundstücks über einen langen Zeitraum und kann die Einstiegskosten für den Immobilienerwerb deutlich reduzieren. Ob ein Baurechtsobjekt die richtige Wahl ist, hängt jedoch immer von den individuellen Zielen, der Finanzierung und den Vertragsbedingungen ab. APS Immobilien unterstützt Sie gerne dabei, die passende Lösung für Ihre Wohn- oder Anlageziele zu finden.

Wissenswertes